Der Gastbeitrag meiner Braut Wiebke

“Das hätte mir ja jemand vor der Hochzeit sagen können!”

Sinnvolle To Dos: Was Sie bei der Hochzeitsplanung unbedingt berücksichtigen sollten – und worauf man getrost verzichten kann.

Wer in den Vorbereitungen seiner Hochzeit steckt, weiß: Es gibt unzählige To-Do-Listen, die die Braut (warum eigentlich kaum den Bräutigam?) daran erinnern, auf was sie alles zu achten hat. Das Internet ist voll davon!

Warum dann noch eine Check-Liste?

Ganz einfach: Jeder Listen-Schreiber möchte natürlich möglichst individuell daherkommen, damit die angehende Braut auch noch die Hundertste liest. Das macht die To-Dos schier endlos, in vielen Punkten redundant und oftmals zu speziell (Hände-Desinfektionsmittel mit einem Foto des Brautpaares auf der Toilette – wirklich?).

Die wirklich wertvollen Hinweise werden dann nicht mal gegeben!

Damit ist jetzt Schluss. Ich habe bereits das ganze “Drama” hinter mir: Ich habe im Vorfeld Hochzeitsmessen besucht, Kataloge durchblättert, stundenlang gegoogelt und unzählige Listen studiert und für mich zusammengesetzt. Am Ende ist man hinterher immer klüger. Gut für Sie, denn Ich kann nun guten Gewissens meine Erfahrungen mit Ihnen teilen.

Die wichtigste Erkenntnis gleich vorweg:

Ordnung ist die halbe Organisation

Sie sind sich natürlich darüber im Klaren, dass sich so eine Hochzeit nicht von selbst organisiert und dass Ihnen eine Menge bevorsteht. Aber keine Panik: Was auf den ersten Blick nach einem gigantischen Aufgaben-Berg aussieht, ist mit ein bisschen Planung sehr gut zu bewältigen.

Oberste Regel: Nicht kopflos drauf loslegen!

Gemeinsam entscheiden: Was wollen wir?

Bevor Sie irgendetwas tun, machen Sie sich zuerst mit Ihrem Partner darüber Gedanken, wie Sie sich Ihre Hochzeit vorstellen. Wünschen Sie sich eine Hochzeit in großer Runde oder lieber in kleinem Kreis? Soll es ein Thema oder Motto geben? Ein bestimmtes Farbkonzept? Wann soll die Hochzeit stattfinden?

Auch, wenn Sie vielleicht schon seit Ihrer Kindheit eine genaue Vorstellung von der perfekten Hochzeit haben, vergessen Sie bitte auf keinen Fall, dass bei der Veranstaltung zwei Personen im Mittelpunkt stehen: Sie und Ihr(e) Partner(in). Nur, weil Sie vielleicht schon immer von einer Kutsche mit weißen Pferden geträumt haben, heißt das noch lange nicht, dass Ihr zukünftiger Ehepartner das auch möchte. Deswegen sollten auch unbedingt seine/ihre Wünsche berücksichtigt werden und mit einfließen, sonst ist der Krach vorprogrammiert.

Ein Ordner für die Übersicht

Damit Sie von Anfang an alles übersichtlich behalten, empfehle ich, einen Hochzeits-Ordner anzulegen. So richtig klassisch analog. In diesen Ordner heften Sie dann alles ab, was mit der Hochzeit zu tun hat: Ideen, Prospekte, Angebote und Absprachen (WICHTIG: Lassen Sie sich alle Absprachen mit den Dienstleistern schriftlich bestätigen!), am besten thematisch sortiert, sodass alles sinnvoll beisammen ist. An der Stelle noch ein wichtiger Hinweis:

Der frühe Vogel …

Was sich bei den meisten der bereits existierenden To-Do-Listen wiederholt, ist der Zeitplan, was Sie bis wann erledigt haben sollten. Diese Listen sind super, die brauche ich an dieser Stelle nicht zu wiederholen. Diese Liste kann ich z. B. empfehlen: https://www.hochzeitsportal24.de/100-hochzeit-checklisten/

Ganz wichtig hier ist auch, den Termin rechtzeitig zu sichern! Die meisten Locations sind mindestens ein Jahr im Voraus ausgebucht. Bei einigen Standesämtern kann man aber erst 6 Monate vor der geplanten Hochzeit den Termin überhaupt buchen! Welch ein Dilemma! Da bleibt nur eines: Volles Risiko! Auch wir haben zuerst die Location gesichert und sind dann, auf den Tag 6 Monate vor unserem gewünschten Termin, zum Standesamt gegangen – 1,5 Stunden nach der eigentlichen Öffnungszeit. Was wir nicht gedacht hätten: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst! Natürlich waren wir nicht die einzigen Wartenden, aber wir hatten Glück: Bis wir an der Reihe waren, hatten wir für unser Wunschdatum tatsächlich noch 2 Uhrzeiten im Angebot … Immerhin war eine davon durchaus akzeptabel.

Damit die Reservierung reibungslos verläuft, erkundigen Sie sich im Vorfeld, welche Unterlagen vom Standesamt gewünscht werden und bringen Sie alle nötigen Unterlagen mit. Das erspart unnötige Rennereien und steigert die Chancen, den Wunschtermin zu ergattern.

Probier´s mal mit Gemütlichkeit...

Dieses Motto sollten Sie sich vor allem für die Wahl des perfekten Outfits auf die Fahne schreiben. Denn: Die Kleidung sollte nicht nur schön sein, sondern Sie müssen sich beide rundum darin wohlfühlen – und sich auch noch bewegen können! Was nützt das schönste Kleid, wenn man sich damit nicht hinsetzen oder anständig atmen kann? Was soll der edelste Anzug, wenn man(n) darin nicht die volle Bewegungsfreiheit genießt?

Und wo wir schon beim Kleid sind: Haben Sie schon mal versucht, mit einem Reifrock auf einer kleinen Toilette zu rangieren? Ganz großer Spaß, sag ich Ihnen! Sollten Sie also ein ausladendes Kleid gewählt haben, sollten Sie im Vorfeld üben, damit aufs Klo zu gehen. Bitten Sie auch Ihre Trauzeugin (falls vorhanden, ggf. eine Person Ihres Vertrauens), hier unterstützend tätig zu werden.

Neben Kleid und Anzug sollten Sie auch auf keinen Fall das Schuhwerk außer Acht lassen! Tragen Sie Ihre Schuhe im Vorfeld ein und achten Sie darauf, dass die Schuhe auch wirklich gut sitzen.
Ich empfehle auch unbedingt, Ersatzschuhe mitzunehmen! Ich selbst bin abends auch auf Turnschuhe umgestiegen, weil die Füße wie Feuer brannten. Unter dem langen Kleid hat das eh keiner gesehen. 😉

Ihre Feier, Ihre Gäste

Damit der schönste Tag Ihres Lebens auch zu einem solchen wird, dürfen die richtigen Gäste natürlich nicht fehlen. Meine Empfehlung:

Laden Sie nur Leute ein, auf die Sie wirklich Lust haben

Es ist IHR Tag. Den sollten Sie auch nur mit Leuten teilen, die Sie mögen – und nicht solche, bei denen Sie sich aus irgendwelchen Gründen verpflichtet fühlen.

Die ehemalige Freundin, die Sie zwar auch mal zu Ihrer Hochzeit eingeladen hat, mit der Sie aber in der Zwischenzeit eigentlich nichts mehr zu tun haben? Wenn sich Ihre Wege getrennt haben, dann müssen sie nicht zwanghaft zusammengeführt werden.

Der alkoholkranke Onkel? Die peinliche Cousine? Die verbitterte Nachbarin? Der Bruder, mit dem Sie sich schon vor Jahren zerstritten haben? Ob enge Familie, entfernte Verwandte oder Bekannte, wer Ihnen schon beim bloßen Gedanken an die Person Bauchschmerzen bereitet, hat auf Ihrer Feier nichts zu suchen.

Niemand mag “Bridezilla”

Wie sagte schon Wilhelm Busch: “Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.”

Akzeptieren Sie das für sich. Sie können nicht jede Sekunde des Tages planen! Sie können sich auf Eventualitäten vorbereiten und immer einen Plan B haben, ok. Aber verabschieden Sie sich von dem Gedanken, wirklich ALLES vorhersehen zu können!

Ich war mal auf einer Hochzeit, da wurde die Hochzeitstorte nicht gefunden. OH MEIN GOTT! Und das 22 Uhr. Alles im Umkreis hatte geschlossen, sodass nicht mal ein Ersatz besorgt werden konnte. Am nächsten Tag stellte sich heraus, dass die Torte sehr wohl in der Kühlkammer stand, die Angestellten haben nur gedacht, sie sei für eine andere Feier. Wer hätte das vorhersehen können? (Sie, jetzt.) Das Brautpaar hat es aber total locker gesehen, schließlich hängt der perfekte Tag nicht vom Kuchen ab.

Überlassen Sie die Planung der Feier auch ein wenig den Trauzeugen, sollten Sie welche benennen. Wenn diese Menschen Ihr Vertrauen bekamen, als Ihre Trauzeugen herzuhalten, dann können Sie ihnen auch vertrauen, tolle Überraschungen für Ihre Feier zu planen! Das entlastet Sie im Vorfeld von dem Organisations-Stress und Sie haben obendrein auch noch einen überraschenden Abend.

Apropos Torte…

Sichern Sie sich unbedingt Ihr Tortenstück! Bei meiner Hochzeit war es leider so, dass wir, nach dem Anschneiden und Verteilen der Hochzeitstorte, ständig von unseren Gästen gerufen wurden. Komm mal hier hin, schau mal da, red mal mit dem … und immer, wenn man grad nicht am Platz war, wurde das Stück Kuchen abgeräumt. Mein Mann trauert der Torte heute noch hinterher, dabei ist das schon Jahre her!

Also, lernen Sie aus unserem Fehler und instruiert sowohl das Personal, die Torte des Brautpaares nicht anzurühren und lassen Sie sich nicht durch die Gegend scheuchen, wenn Sie eigentlich gerade am Essen sind. Auch die Trauzeugen sollten ein Auge darauf haben und Sie während der Mahlzeit etwas abschirmen.

Das Fotoshooting

Um sich für immer an den schönsten Tag des Lebens erinnern zu können, dürfen die perfekten Fotos natürlich nicht fehlen. Überlegen Sie sich im Vorfeld gemeinsam, was für Fotos Sie sich wünschen. Inspirationen finden Sie in den sozialen Medien zu Genüge. Wo soll das Shooting genau stattfinden? Müssen dafür eventuell Genehmigungen eingeholt werden?

Überlegen Sie sich auch, mit welchen Gästen Sie noch weitere Fotos machen wollen: Familienfotos, Fotos mit Freunden. Wer mit wem, vor welcher Kulisse? Sprechen Sie unbedingt vorab mit dem Fotografen, teilen Ihre Ideen mit ihm und lassen sich auch von ihm inspirieren – er hat mit Sicherheit noch einige tolle Ideen.

Dancing Queen - oder Tanzbär?

Die meisten Brautpaare denken, dass sie vor den Gästen den perfekten Hochzeitstanz aufs Parkett legen müssen. Doch das ist ein Trugschluss! Noch einmal: Es ist Ihre Hochzeit. Natürlich können Sie einen Tanzkurs besuchen. Aber wer sonst nie tanzt und eigentlich keine Lust draufhat, sollte es lassen. Gegenseitig auf die Füße treten Sie sich im Laufe des gemeinsamen Lebens schon noch früh genug, das muss nicht schon am Tag der Hochzeit sein. 😉

Guten Abend, gute Nacht

Was für ein überwältigender Tag! Eine stundenlange Achterbahn der Emotionen: Sie waren aufgeregt, haben gelacht und geweint, getanzt und gegessen – und sicherlich auch getrunken. Nun sind Sie im Hotelzimmer oder zu Hause. Doch statt eine wilde, romantische Hochzeitsnacht zu erleben, werden Sie höchstwahrscheinlich damit beschäftigt sein, aus dem Kleid zu steigen, die Frisur von 100 Haarnadeln zu befreien und todmüde, mit schmerzenden Füßen, ins Bett fallen.

Der nächste Tag

Monatelang haben Sie geplant und auf den EINEN Tag hingearbeitet. Und nun, ZACK, ist er vorbei. Sie werden eine ganze Menge Eindrücke und Emotionen zu verarbeiten haben und sicherlich auch noch fix und fertig vom Vortag sein. Natürlich wollen Sie jetzt mit Ihrem frisch angetrauten Partner den Tag Revue passieren lassen und die ganzen Brautpaargeschenke durchsehen. Was Sie nicht wollen: Die Location von Dekorationen, Geschenken und ähnlichem befreien. Deswegen sollten Sie auch hier im Vorfeld mit Ihren Trauzeugen oder Familienmitgliedern besprechen, wer sich darum kümmert, damit Sie unbeschwert Ihren ersten Tag als Eheleute feiern können.

Alle Klarheiten beseitigt?

Sie haben bestimmt den Kopf voll und einiges von dem, was ich Ihnen geraten habe, widerspricht möglicherweise dem, was Sie sich vorgestellt haben.

Machen Sie sich nicht allzu viele Gedanken: Das Wichtigste ist, dass Sie gemeinsam Entscheidungen treffen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und eine unvergessliche Hochzeit!

Ihre Wiebke Oehlschläger

Hochzeitsplanung
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